2O Von griechischen Poeten^
daß er den Griechen den Vorzug, ein epi-sches Gedicht auszuweisen, streitig machenwollte. Er erborgte so gar von seinem Ne-benbuhler die Waffen, um ihn zu bestrei-ten. Er muste den Helden seines Gedichtsvon den Ufern des Skamanders kommenlassen; Er sah also wohl ein, daß es nöthigseyn würde, die Odyssee nachzuahmen, wel-che eine lange Reyhe von Reisen und Er-zählungen in sich enthalt. Er sah, daß erseinen Helden muste streiten lassen, ehe erin Italien ein neues Reich aufrichten könn-te, und daß er daher die Ilias niemahlsaus den Augen lassen dürfte, welche mitSchlachten und Zweykampfen, und mit al-len Maschinen der Gottheiten, welche zuepischen Gedichten gehören, angefüllt ist.Aeneas reiset wie Ulyß, und streitet wieAchill. Virqi! hat die acht und vierzigBücher des Homers in die zwölf Büchergebracht, aus welchen seine Aeneis besteht.In den sechs ersten findet man bey naheüberall die Odyssee wieder, so wie man inden sechs letzten die Ilias antrifft.
Es ist ein grosser Vortheil, und eingrosser Vorzug für den griechischen Poeten,daß er das Original gewesen ist, nach wel-chem sich der andre gerichtet hat, und man
kann