2Z8 Von griechischen
Lander, Hunger, Krankheiten, Pest, Seu-chen, und mit einem Worte, die allerer-schrecklichsten Unglücksfälle. Was für ein !Anfang! Was für ein abscheuliches Schau-spiel! Ist wohl etwas fähiger, das Herzdes Lesers abzuschrecken, und auftühnsch zumachen?
Dieses ist die erste Anmerkung des Dio-nysius von Halicarnaß, welche, beuchtmich, die Verdienste eines Schriftstellersnichts angeht. Die Wahl des Gegenstan-des, und der rühmliche Ausgang eines Kriegskommen nicht auf den Geschichtschreiber an,der zur Zeit des Kriegs lebt. Dieser istnicht Herr über die Begebenheiten, undkann und soll nichts anders schreiben, alswas er sieht. Er ist unglücklich, daß er nurein Zeuge von betrübten Vorfallen ist; alleiner ist deswegen nichts weniger geschickt.Aufs höchste wäre dieses ein Vorwurf, den, man einem tragischen oder epischen Dichter !machen könnte, welcher seine Materie wäh-len kann. Von einem Schriftsteller aber,der die Historie seiner Zeit beschreibt, kannman mit Rechte nichts mehr verlangen, alsdaß er von allem wohl unterrichtet, überle- ^gend und unpartheyisch sey. Ist die Hi-storie nur dazu bestimmt, daß sie den Leservergnügen soll? Soll sie ihn nicht vielmehr
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