Band 
Zwölfter Theil.
JPEG-Download
 

758 Von der Philosophie.

Gelehrten für untergeschoben halten. De-mokritus bekümmerte sich um nichts, lachteund spottete über alles, sagte, daß dieLufft mit lauter Bildern erfüllt wäre, eruntersuchte, was die Vogel mit ihren Ge-sängen sagten, und wohnte fast immer inden Gräbern. Als die Abderiten diesessahen, befürchteten sie, ihr Landsmannwäre nicht wohl bey Sinnen, und möchteganz und gar närrisch werden, welches siefür das größte Unglück hielten, das ihrerStadt begegnen konnte. Sie schriebenalso an den Hippokrates, und baten ihn,den Demokritus zu besuchen. Die grosseSorge, welche sie für die Gesundheit einesso ansehnlichen Landsmannes trugen,macht ihnen Ehre. Nachdem der berühmteArzt, den sie kommen liessen, einige Unter-redungen mit dem vorgegebenen Krankengehalten hatte, urtheilte er ganz andersvon »hm. Er vertrieb bald alle ihre Furcht,indem er ihnen versicherte, daß er noch kei-nen Mann gekannt hätte, der so weise undverständjq wäre, als dieser Philosoph.Diogenes Laertius gedenket dieser Reisedes Hippokrates nach Abdera auch.

Man Wels Nichts gewisses weder von derZeit seiner Geburt, noch von der Zeit seinesTodes. Diodor von Sicilim berichtet.