Von der Philosophie. 759
der Römer, sagt er, machte, daß sie fastvon Kindheit auf gelehrt waren. Manunterrichtete sie so wohl in ihrer eignen, alsin der griechischen Sprache aus dem Grun-de. Die Erlernung dieser beyden damalsnoch lebendigen Sprachen kostete ihnen nichtviel Mühe. Man brachte ihnen sehr zeitigeinen Geschmack an den vortrefflichenSchriftstellern bey. Dieser Geschmack, wel-cher ihren zarten Gemüthern eingeflößt war,wuchs mit dem Alter, und trieb sie an, dieGesellschaft der Gelehrten zu suchen, derenUmgang den Mangel des Lesens, welchesihre Geschaffte ihnen nicht erlaubten, erse-tzen konnte.
Daher kam es, daß die Römer, welcheinsgesammt ihren Verstand durch die Wis-senschaften verbessert hatten, unter einan-der beständig gelehrte Gesellschaften unter-hielten. Und wie vortrefflich mußte derUmgang so vieler Römer seyn, wenn sie zu-sammen kamen! Man denke nur an denHortensius, Cicero, Cotta, Caesar,Pompejus, Cato, Lucullus, Varround viele andre.
Aber niemals hat ein Mensch den Ge-schmack an den Wissenschaften und vornehm-lich an der Philosophie und den Eifer fürdieselbe so weit getrieben, als Cicero. ManBbb 4 kann