Band 
Zwölfter Theil.
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786 Von der Philosophie.

das höchste Gut bestehe. Es haben diesesüberhaupt alle Menschen, gelehrte und un-gelehrte, verständige, und einfältige gethan.Es ist kein einziger, der nicht an einer so wich-tigen Frage Theil nehmen sollte. Und wennder Verstand auch gleichgültig bliebe: Sowürde sich doch das Herz nicht enthaltenkönnen, eine Wahl zuthun. Es stößt auSseinem Innersten ein geheimes Geschrey her-aus, welches von irgend einem Dinge sagt:Glücklich ist der, welcher es besitzt!

Dem Menschen sind der Begriff von ei-nem höchsten Gute, und das Verlangennach demselben in das Innerste seiner Na-tur geschrieben, und dieser Begriff und die-ses Verlangen sind die Duellen aller seinerandern Begierden, und aller seiner Hand-lungen. Nach dem Falle ist ihm nichtsmehr davon übrig geblieben, als eine ver-worrene und allgemeine Vorstellung, welchevon seinem Wesen unzertrennlich ist. Erwürde sich gezwungen fühlen, dieses Gut,welches er nur noch verworren erkennt, zulieben, und zu suchen. Aber er weis nicht,wo es anzutreffen ist, oder worinn es beste-het, und diese Untersuchung stürtzt ihn in ei-ne Menge Irrthümer. Denn er findet er-schaffene Güter, welche einen kleinen Theilvon dieser unendlichen Begierde, von derer