Von der Philosophie. 787
verzehrt wird, befriedigen. Er nimmt siefür das höchste Gut an, er macht sie zur Ab-sicht seiner Handlungen, und fallt also inunzählige strafbare Verirrungen.
Wir sehen dieses deutlich an den verschied-nen Meynungen, welche die Weltweisen überj! diesen Punct getheilt haben. Cicero hatvon ihnen mit vieler Ausführlichkeit und Ges. lehrsamkeit in den fünf Büchern 6e ünidus! bonorum er mnlorum gehandelt, in welss chen er untersucht, worinn die wahren Gü-? ter und die wahren Uebel bestehen. Ich wer-de seinem Plan folgen, und, nach seiner An-leitung , erzählen, was die Epikuräer,^ Stoiker, und Peripatetiker , als die drey^ berühmtesten philosophischen Secten davongedacht haben.
^ Die beyden letzten werden uns von Zeitzu Zeit über verschiedne Dinge vortrefflicheGrundsätze lehren, ob sie gleich sehr offt diej meiste Zeit mit falschen Meynungen, und gror! ben Irrthümern vermischt seyn werden. Man^ muß sich nicht versprechen, in Ansehung der! künftigen Güter bey ihnen Unterricht zu fin-den. Die menschliche Philosophie erhebtben Menschen nicht über sich, und schränktsich nur auf die Erde ein. Ob gleich vieleWeltweisen die Unsterblichkeit der Seele ge-glaubt haben, und folglich überzeugt gewesDvv 2 sen