Band 
Zwölfter Theil.
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Von der Philosophie.

beweisen wollte, daß das Feuer heiß, derSchnee weis, und der Honig süß sey. Al-les dieses läßt sich empfinden. Man setzeauf der einen Seite einen Menschen, wel-cher , sowohl für seinen Geist, als für sei-nen Leib, der größten Vergnügungen ge-nießt, ohne Furcht, derselben beraubt zuwerden; und auf der andern Seite einenMann , der den heftigsten Schmerzen über-geben ist, ohne Hoffnung einiger Befreyungvon denselben. Kann es zweifelhaft seyn,auf welche Seite man das höchste Gut, oderdas höchste Uebel setzen soll?

Mib. Da eS nicht in der Gewalt des Menschensteht, sich vor den Schmerzen zu bewahren:

<Luaeä. So stellt Epicur dieser Schwierigkeit ein

4!.Mittel entgegen. Er gründet dasselbe aufeinen Vernunftsfchluß, den er für sehr über-zeugend hält. Wenn der Schmerz großist, sagt er. so wird er nicht lange wäh-ren ; und wenn er lange währt, so «wird er nicht groß seyn. Als wenn eine ^Krankheit nicht oft zugleich langwierig undschmerzhaft wäre, und als wenn ein Ver«nunftefthluß etwas wider die Empfindungausrichten könnte.

ruirui. Cr schlug wider die Gewalt des SchmersKens noch ein ander Mittel vor, welches ebenfounkrästigist. Es bestand darinnen: Man

sollte