Band 
[Theil II.]
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l. Von der Bildhauerkunst. 65

In den', Portraiten muß man sich an dieLage der Haare binden, wie sie sich natürlich dar-stellt; denn sie tragen alles mögliche zur Aenlichkeitbey. Das Antique hat fast ihre Wurzel hinter denSchlafen deutlich sehen lasten, und also ihre Mastsen zurück getrieben, damit man sie nicht für fal-sche oder geborgte Haare ansehen möchte. End-lich bemerke ich überhaupt noch, daß die Haaredes besten Antiquen gemeiniglich groß, lockigt undfleißig ausgearbeitet sind. Dahingegen neuereKünstler dieselben kaum angedeutet, und sonder-lich an weiblichen Köpfen sehr dünn gemachthaben.

§. 2 k.

Von der Stirne.

Die Stirne ist derjenige Theil des Angesichts,welcher den Raum zwischen den Augenbraunenund den Haupthaaren der Höhe nach einnimmt rNach der Breite aber reichet sie bis an das Endeder Augenbraunen und an die Schlafe, wo sie sichmit dem Wangenbein vereiniget, welches die Ver-tiefung der Augen macht, und durch die Ausbrei-tung der Wangen über die Ohren fortgeht.

In der Stirne sieht man, gleichsam wie ineinem Spiegel, das Vergnügen, oder die Traurig-keit des Gemüthes, den Zorn, die Ruhe und an-dre Leidenschaften. Ihre Höhe wird in zweygleiche Raume getheilt, welche sich in allen Stir-nen natürlicher Weise findet, wie im HerkulesH-Baud, E und