Band 
[Theil II.]
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66 I. Von der Bildhauerkunst.

und andern Alten. Jedoch in AntinouS, Apollo,Bacchus und andernIünglingen werden sie nur ganzgelind angedeutet. In der Venus und andernschönen Weiberköpfen bestehen sie gleichsam nurin der Einbildung. Der obere Theil ist gemeinig-lich von Haaren geziert, welche dort ganz sanftscherzen, und entweder die Hälfte, oder auch mehroder weniger einnehmen. Der untere Theil ge-rade an der Nase ist jederzeit durch zwo tiefe Li-nien getheilt, wie in den Alten zu sehen ist. Beyjungen Personen erscheint nur eine dergleichen an-gedeutete, bey Weibern aber nur eine eingebildeteLinie.

Da diese Abtheilung die Stirne nach derHöhe in zwey gleiche Raume theilet, und ein jederschon in zwey Theile unterschieden ist, das Endeaber mitten in die Augenbraunen fällt; so werdenvier Berge von verschiedenen Höhen, Formen undGrößen daraus, welche bey den Alten sehr hoch,bey der Jugend aber wenig wahrzunehmen sind,bey Weibern hingegen nur eingebildet erscheinen.

Wenn also diese Stellen angeordnet sind, soarbeitet man alles folgender Maaßen: Man machtein flaches Viereck, welches bis an die Augen-braunen reicht, und sich in die Höhe ausbreitet.So dann wird ein andres kleineres Viereck von derHöhe bis an das Ende der Augenbraunen amSchlafe mehr oder weniger, nach dem Unter-schied der Gesichtsbewegungen gemacht. Vonder Höhe der Stirne gehen zwey Vierecke gegen

das