68 I. Von der Bildhauerkunst.
wichtig genug wäre. Allein wir begnügen unshier mit der bloßen Erzählung ihrer Beschaf-fenheit.
Die Augen stehn unter den Augenbraunen undunter der Stirne, welche ihnen zur Sicherheitund Bedeckung ihrer Verrichtungen dienen. Siesind durch die Augenbraunen eingeschlossen, undscheinen eyförmig zu seyn. Sie können sich durcheine Haut öffnen und schließen, welche man dieobern und untern 'Augenlieder nennt. IhreOeffnung zeigt sich von einem Augenwinkel biszum andern. Sie stimmen mit der Höhe derNase überein, und sind so geseht, daß, je mehrihre Theile gegen die Spiße der Nase gehen, jemehr sie auch stufenweise zurück weichen. DasAntique laßt jederzeit wenig, oder nur feine, aberkeine zusammengewachsenen Augenbraunen ander Nase sehen; denn diese streiken wider die Ei-genschaften einer wahren Schönheit. Das übrigeist aber dergestalt voll, daß, wo sie voll und dicksind, die Augenlieder unten in der Aushöhlungliegen.
Das Antique zeigt in lebendigen Figuren nie-mals ganz oder zum Theil geschlossene Augen, obsie gleich gegen die Erde gekehret sind. Es istalso ein überaus großer Fehler, wenn sich in denschönsten Figuren die Augen eher zu wenig als zuviel öffnen,
Das