Band 
[Theil II.]
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I. Von der Bildhauerkunst. 69

Das Antique hat in die Augen eines Por-traits niemals das Licht gemacht. Dieses Lichtist im Augapfel entweder ein Zirkel, eine rundeoder halbrunde Vertiefung, oder eine Grube; imschönen Griechischen aber findet man dergleichennicht. Doch haben einige das Licht angebracht,wie man es im kleinen Marcus Aurelius sehenkann, wo dasselbe deutlich gezeichnet ist. Zuwei-len hat das schlechtere Antike das Licht unter denobern Augenliedern eingegraben, daß eine halb-runde Grube erschien. Die Alten haben auchden Augapfel ausgegraben, und anstatt dessenkostbare Steine hineingesetzt, welche den Glanzdes Lichtes vorstellen mußten, wie man es in vie-len steinernen und metallnen kleinen und großenStatuen oder Brustbildern sehen kann. DiesenSah zu bestimmen, scheint es, daß die Stellungund der Ort, wo eine solche Statüe hingeseht wer-den soll, viel beytragen könne, daß nämlich dasAuge mehr oder weniger kenntlich und sichtbargemacht werden muß, welches durch das einfal-lende Tagelicht geschehen kann; doch, wie ich ge-meldet habe, sieht man es in keinem guten altenStücke.

Damitich endlich zur Arbeitselber komme, so istzu beobachten, daß, wenn man über die Augen-brauneu bis unter das Auge die grobe Ausmeife-lung anfangt, man einen vertieften Raum machenmüsse, in welchem man durch weitere Arbeit allegehörigen Theile des Auges finden könne.

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