II. Von der Bildsäule des Laokoon. l 21
mangelt, und der andre davon abgesondert undseitwärts steht. . Vielleicht bringt ein glücklicherTag bald die ganze Gruppe zusammen. AlleKünstler zu Wien sowohl, als zu Rom, verehrendieses Stück dermaaßen, daß, gleichwie viele andrees nachgemacht haben, also auch Flavio, mein gewe-sener Freund zu Rom, es in Carniol geschnitten,und mir davon einen Abdruck in Schwefel ge-schenkt hat. Nunmehr wollen wir die Statueselber betrachten.
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A)eine antique griechische Sculptur stellt uns so»uV viel Schönheit und Kunst vor Augen, alsLaokoon. Man sieht schon auf den ersten An-blick, mit was für Geschicklichkeit die Breite desMagens und der Achseln, deren Theile zusam-men deutlich und mit Gelindigkeit erscheinen, aus-gearbeitet worden sind. Man betrachte nur sei-ne erhöhten Hüften, seine nervigten Arme, seineweder zu dicken noch zu mageren Füße, welchestark, vest und voller Muskeln sind. Alle andreGliedmaaßen überhaupt zeigen ein mit Stärkeund Zärtlichkeit ausgedrücktes Fleisch, dergleichenman nur in der schönen Natur wahrnimmt.
Finden aber einige in dieser Figur zwischenden Gliedmaaßen keinen solchen Contrast, welchenkunstreiche Bildhauer, um eine schöne StellungH 5 zu