Band 
[Theil II.]
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iz6 II. Von der Bildsäulc des Laokoon.

daß sie das Gewand bey Seite gesetzt, das Na.rkende erwählt, und der Welt das erstaunlichsteKunststück vor Augen gestellt haben. Man magauch sagen was man will, so giebt es doch nochLeute, welche den Homer deswegen verachten,weil sie ihn nicht verstehen; also sind auch dieje-nigen zu betrachten, welche so gar die herrlichstenKunstwerke verhöhnen. Dies ist ein starker Be-weis, daß ihren Augen alles mangelt, was dieKünste sichtbar, kenntlich und begreiflich ma-chet. Vor solchen Tadlern müßen Anfänger sichin Acht nehmen, und die edle Zeit mit einer sol-chen Lectüre nicht verderben, welche ihnen nichtsals lauter Zweifel in den Kopf setzt. Denn obVirgildrey Rhodischen Künstlern, oder diese demVirgil nachgeschildert haben, das kann uns gleichviel gelten. Die Kunst wird dadurch nur mehrgehemmt, als ermuntert. Studiren und arbeitentragt mehr Früchte, als der Stolz vermeynterWissenschaften.

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