oder die sogenannte Portraitmalerey. i6l
überhäuft, daß, so oft von der Malerkunst Er-wähnung geschah, man auf nichts anders mehrdachte, als auf Gemälde, welche nichts als be-kannte Angesichker vorstellten, und anstatt einerAbbildung Portraits genannt wurden.
Apelles. Warum denn Portraits? dasverstehe ich nicht; wenn alle Malereyen kitrat-ti, Portraits oder Nachahmungen sind, warumerhält nur das Gesicht diese Benennung? warumist nur das Gesicht eine Nachahmung? Sind esmeine Pferde nicht auch? Sind es der Vorhangunsers Zeuxis, seine Weintrauben, und andreSachen nicht ebenfalls, die er der Natur so änlichnachgemalt hat, daß er sie selbst getauscht? Sinddas keine Nachahmungen?
Titian. Ich zweifle nicht daran, ab es aberPortraits sind, das müßte ich erst jene Fremdenfragen. Sieh, Apelles! wo ich nicht irre, si>spaziert van Dyck dort herum, soll ich ihn ekwanherrufen? Doch er kommt schon. Mein lieberFreund, wir sind hier in einem großen Zweifel. Wirbrauchen'deine Ehrerbietungen ißt nicht; wir wol-len nur wissen, ob bloß menschliche Gesichter Por-traite sind, oder ob alle nach der Natur geschilder-te Sachen so Heißen? Apelles hat dort im Ge-büsche gehöret, die Portraitmaler wären die vor-nehmsten, als wenn nicht alle Maler Nachahmerwären.
Van Dyck. Ich verstehe dich ganz wohl.Beynahe bringst du mich zum Lachen. Ich willll.Band. L euch