Band 
[Theil II.]
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oder dte sogenannte PottrüitMalerey. r6z

Rdsalba. Ich höre dem artigen und präch-tigen van Dyck schon lange zu. Vielleicht weiser es nicht, daß ich große und kleine Bildnisse desAdels in Oel, in Miniatur, und Pastellen inDeutschland, Frankreich und zu Venedig der»fertigt, viel dabey gewonnen, aber niemals dieEhre des Namens einer Poktraitistinn erlangthabe. Ich hörte zwar viel von meiner Arbeitreden; doch hieß ich nur immer Kolaltia 1a vrr--tuola. Ich verehrte der Akademie zu Rom eineauf Elfenbein gemalte Figur mit Früchten, undeinen Papagei), unter den fünf Sinnen den Ge-schmack vorzustellen. Man ließ mich unter dengrößesten Künstlern als eine Akademistinn Plahnehmen, ohne mich jemals mit dem Namen einerPortraitistinn zu beehren.

Albrecht Dürer. VerehrungswürdigerApelleö! deine Person lockte mich hieher, und wersollte nicht deine Gesellschaft suchen? Eure Ge-spräche, die ich von ferne gehöret habe, hieltenmich Noch eine Weile zurück. Ist euch denn dasschöne Geschlecht so unbekannt? In Frankreicherblickten die Damen bald diese, bald jene be-kannte Fürstinn im Gemälde ; worauf alle MalerGesichter malen mußten»

Jede junge und jede alte Nymphe besteht sichtäglich, so oft es möglich ist, im Spiegel. Die-ses Gesicht ward ihnen endlich so lieb, daß sie esunaufhörlich vor Augen zu haben wünschten. Allesehnten sich nach Malern, welche sich auch so zahl-

L - reich