Band 
[Theil II.]
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oder die sogenannte Portraitmalerey. 169

geherrscht habe: ob in ihren Abbildungen nichtnur die Gesichcözüge, sondern auch die Gemüthö-eigenschaften können wahrgenommen werden.

Apellcs. Ich habe von diesen teskanischenSchildereyen so viel gehört, daß ich sie mir in denGedanken so, wie die meinigen, vorstelle. Ichmalte alles, was mir geßel, und bin vollkommenüberzeugt, daß die wenigsten von den Künstlernzu Florenz jemals ein andres Angesicht, als dasihrige allein nachgeahmt haben; daß sie folglichkeine Portraitisten, wie ich sie nennen höre, gewe-sen sind, sondern alle möglichen Gegenstände derNatur haben nachahmen und verfertigen können.Ja ich will sagen, daß sie das Portrait einer je-den Sache nach Belieben gemalt haben.

Der Fremde. Ich war einer von den be-liebtesten Portraitisten, weil ich immer sehr glück-lich traf; sogar Kinder wußten zu sagen, wemmeine Portraits gleich sahen. Niemals war dieFrage vom Lachen, oder Weinen, vom Leben oderDenken; man war schon zufrieden, wenn man dieAenlichkeit sah. Wie oft hatte ich das Vergnü-gen zu hören: o die Nase ist unvergleichlich! derMund zum küssen, jedoch nur ein wenig zubleich! daö schadet aber nichts. Sehr oft ent-stund ein Gelächter, wenn ein Naseweiser etwansagte: man sollte rathen, ob das Bild lache, wei-ne, dichte, oder vor Entzückung erstarre. Ge-nug ! es hatte viel Aenlichkeit, und war jedermannbekannt.

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Man.