Band 
[Theil II.]
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»70 V. Elysium über die Nachahmungskunß

Dtian. Mein Kaiser Karl erhob zu meinerZeit alle in den Adelstand, die es verlangten; umaber die Mühe unzähliger Unterschriften zu ver-meiden, ließ er endlich nur diese kaiserliche Gnadeganzen Schaaren und Gemeinden wiederfahren;unter euch hätte er gewiß auch den Ruf ergehenlasten, daß ihr alle Maler, Künstler und Portrai-listen seyd, und in dem Kunstsaal oder Ehrentem-pel der Malerey zu Florenz einen Platz verdienet,obschon die dort bereits Anwesenden meistens wi-der ihr Vermuthen, auch wider ihren Willen keinandres, als ihr eigenes Gesicht nachgeahmt oderportraikirt haben. Mein eigner Pinsel war zusolcher Arbeit niemals durch die Kunst, sonderndurch den hohen Adel angereizet. Ich mußt-zuweilen wider Willen gehorsamen.

Van Dyck. Ohne diesen wäre auch meinPinsel nur bey großen Compositionen geblieben.Allein die Begierde des Adels gab mir die Portrait,pallete in die Hand. Eine jede große Frau, einjeder Fürst wollte das Vergnügen haben, entwedersein Gesicht allein, oder seine ganze Lebensgrößezu Fuß oder zu Pferde stets vor Augen zu haben.Dieser Befehl und die reiche Belohnung sind Lock-speisen, nach welchen einen jeden gelüsten sollte.Ganz Italien wollte abgebildet seyn; daher kam«s, daß alle unsre Vorfahren vom Cimabuebis auf mich Anlaß bekamen, Fürsten, Herrenund Bürgern zu Gefallen, ihre großen Gemäldezu verlassen, und ihre Kunst einzelnen Gesichternzu widmen.

Apel-