Band 
[Theil II.]
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oder die so genannte Portraitmalers»). 197

wohlfeilsten Pinsel oder Meisel in der Hand habe;wer seinen Gegenstand durch langes Sitzen amwenigsten plage? denn mehrentheils kömmt esauf die Gnade an, hier oder da des Anblickes ei-nes Angesichtes theilhaftig zu werden. Waren nunalle Staffeleyen besetzt, und würden sie dir allegeschenkt; so könntest du deinen Malergeschmacksättigen, und dich so wohl, als die ganze InselRhodus mit pitturesken Caricaturen bereichern.

ApeÜes. Aus eurem Geschwätze kann ichabnehmen, daß unter euch Künstlern nur zweyer-ley Schulen im Flor sind. Die Schule der Ge-slchtcr-oder Portraitmaler,die bloß für solche Ab-schildcrungen Sorge tragen; und die Schule der-jenigen Maler, welche alle irrdischc Geschöpfe nach-zuahmen fähig sind. Diese nennet ihr meistens Ge-schichtenmaler,und, wenn sie zum Unglück auch dasvortrefflichsteBildniß einer bekannten Person zumVorschein bringen, so nennet ihr sie Portraitisten.EuerBcgriffvon dieser Ehrenbezeigung will sich mitmeiner Einbildung nicht vergleichen. Ich würdemich für einen solchen Vorzug entweder allemal be-dankt, oder den Alexander mein Lebtagb nicht mehrabgebildet haben. Der Ruhm, den ich durch somannichfaltige andre Gemälde, als AlexandersGesicht, erworben hatte, wäre ja gänzlich in dieVergessenheit gerathen, und Griechenland würdeam Ende geglaubt haben, meine Kunst habe sichniemals über den Umriß eines Angesichtes er-

N z streckt.