ZZ4 IX. Kurze Geschichte einiger Maler
mich unzählige scherzhafte Erfindungen hinter-ließ. Er starb im Jahr 1609, und bekam nebenRaphaelcn in der Kotunäa zu Rom sein Grab-maal.
Augustin Carracci, ein Bruder des Anni-bals, half ihm fieißig an der farnesifthen Gallerie«rbeiten; weil er sich aber wie die Hosteute klei-dete und eben so aufführte; so konnte er ihn nichtwohl leiden.
Er gab ihm auch einstens eine Zeichnung,welche ihren Vater vorstellte, wie er mit derBrille auf der Nase die Nadel einfädelte, und dieMutter mit der Scheere in der Hand Lappen zer-trennte. Dieser Vorwurf verdroß den stolzenBruder so sehr, daß er sogar Rom verließ. Die-ser Mann wurde 1558 zu Bologna zu allen Kün-sten und Wissenschaften gebühren; daher wurdeer im Zeichnen, Coloriren, und Kupferstechen soberühmt. Er hatte auch in seiner Akademie,nebst dem Ludovico und Amiibal, jederzeit denVorsitz. Tintoretw war ihm so lieb, daß erihn und den Paul Veronese öfters zu Venedigbesuchte, und ihre Gemälde in Kupfer brachte.Daselbst wurde ihm ein Sohn geboren, den ihmTinwretto aus der Taufe hob, und ihm seinenNamen Anton geben ließ. Zu Bologna fuhrer so geschickt zu malen fort, daß er nach Parmaberufen wurde, und für den Herzog Ranuccio ver-schiedene Gemälde verfertigen mußte. In einemSchauspiele wurde er unter dem Thor so sehr ge-
, druckt.