Band 
[Theil II.]
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A48 IX. Kurze Geschichte einiger Maler

reißen ihm das Maul auf, damit er von der Erdeaufstehn sollte; ein kleiner Knabe halt ihm eineSchaale zum trinken vor den Mund, und ein an-drer will sie ihm wegnehmen. Diese Erfindunghätte sollen in Marmor gebracht werden; alleinsie blieb nur in gebrannten Thon. Aus dieserBeschreibung hatte man schließen sollen, als wennunser Künstler bloß in Kinderpoffen vortrefflichwäre; allein das Glück fügte es auch, daß er sichsogar an Statücn wagen konnte. Da man ander Lorettokirche zu Rom, nächst der LololwaIrajgliu bauete,und den Vorschlag thut, sie durchverschiedene Marmorstücke zu zieren; so wurde» dem Fiamengo die heilige Sufanna aus Marmor

zu bilden aufgetragen. Sie steht linker Hand,höher als in Lebensgröße, gegen den Altar ge»wendet.

Ihre Stellung ist überaus schön. In derrechten Hand hält sie einen Palmenzweig, unddas Angesicht sieht auf das Volk, und die linkezeigt auf den Altar; weil aber der Arm unter demMantel hervor geht, so weicht der Fuß zurück,und die Statüe tritt auf den andern vest. DieGliedmaaßen sind also einander durch eine leichteund sanfte Stellung entgegen gesetzt, jedoch so,daß sie die jungfräuliche Eigenschaft einer Gottge-weihten edlen Person behalt. Ihr Antlitz zeigteine liebliche Art der reinesten Grazie und An-muth; das Haar ist natürlich zusammengefloch-ten. Alle Linien des Gesichts geben Schönheit

und