Band 
[Theil II.]
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und Bildhauer, nebst ihren Werken. 349

.und Schamhaftigkeit zu erkennen. Die Voll-kommenheit dieser Statue blickt hauptsächlich ausdem prächtigen Anzüge hervor, indem sie ganz be-kleidet ist. Der feine und leichte Mantel ist der-gestalt über das Kleid angebracht, daß die rechteAchsel und die Brust aufgedeckt bleiben; der Man-tel aber auf den Arm und auf die Hand hinfallt,in welcher der Palmzweig ist. Von der linkenHand wendet und bieget er sich unter den Ellen-bogen des Armes, der auf den Altar zeiget.

Hier bewies Fiamettgd in den Falten seineausnehmende Geschicklichkeit, der Mantel breitetsich vom Ellenbogen an unter der Brust aus, be-decket den übrigen Leib, hebt sich bey der andernSeite, und fallt mit gedoppelten Biegungen flat-ternd in eine große Endfalte. Man sieht unterdem Kleide den halben Fuß, von dem an die Fal-ten bis zum andern laufen, und die Gliedmaaßenin der schönsten Rundung durchscheinen lassen.Ueber die Brust krauset sich das Kleid so lieblich,daß der Marmor sein rauhes Wesen gänzlich ver-liert, sich in die feinsten Falten verwandelt, undsowohl durch die Bewegung, als durch die witzigeErfindung dasjenige lebhaft wird, was er vor-, stellt. Weil die ganze Statue bedeckt ist, so hatder Bildhauer seine Kunst vermehrt, und denArm ein wenig, jedoch nur gleichsam zufälligerWeise, ganz bescheiden entblößet; denn da dieHand auf den Altar zeiget, so kehrt sich der Aer-mel um, und laßt das Nackende so viel erscheinen,