zzo IX. Kurze Geschichte einiger Maler
daß es das Gewand unterbricht, und der ganzen. Figur eine Grazie verschafft.
Fiamengo zeigte in diesem Marmor si) vielKunst, daß sie allen Bildhauern beständig zumvortrefflichsten Muster von allen gekleideten Figu-ren bleiben wird. Seine reizende und zärtlicheArt der Arbeit kann den besten Antiquen zur Seitegesetzt werden, und es hat ihn auch bisher nochkein Meisel übertroffen. Er hatte zwar die Ura-nia im Capitolio studirt, allein unsre Susannawird an Zärtlichkeit, Delicatesse und Anmuth fürweit schöner und vortrefflicher, als jene anciqueGöttinn gehalten. So groß war die Kunst un.sers Flamländers. Er bekam auch bald neue Ge-legenheit, dieselbe zu zeigen.
Der Pabst Urban Vlll ließ in der St. Pe-terskirche zu Rom 4 Colossalstarüen aufrichten,worunter auch der heilige Andreas seinen Platzhaben solltet Laumitius Bernini bekam denheiligen Longin zu verfertigen, unserm Fiamengoaber befahl man, den heiligen Andreas zu bilden.Die heimliche Mißgunst jenes bereits schon in An-setzn und Ruhm stehenden römischen Künstlersäusserte sich bey verschiedenen Gelegenheiten,wie wir bald hören werden.
Fiamengo machte sein Modell von Gypszwey und zwanzig Palmen hoch. Es wurde auchbald bewundert, und für würdig geschätzt, denPlatz in der St. Peterskirche zu verherrlichen,nach welchem der Künstler in seiner Arbeit das
Licht,