ünd Bildhauer, nebft ihren Werken. 351
Licht, das Maaß und den Augenpunkt einrichtete,weil ihm solche Stelle angewiesen worden. Da-mit nun das Modell mit aller Bequemlichkeit inMarmor konnte gebracht werden; so ließ der Pabstihm einen Ort im Gießhaus anweisen, seine Ar-beit anzufangen, und sein Modell wurde auf ei-nem Karren fortgeführet. Das Fuhrwerk brach,und das Modell gieng in Stücken. Fiamengo,der zwar heftig erschrak, erholte sich dennoch baldwieder, und machte, zum Trotz des Unglückes undaller seiner Feinde, welche man für die Urheherdieses widrigen Zufalls hielt, ein andres gleichesund noch besseres Modell so geschwinde, als lang-sam er am vorigen gearbeitet hatte. Nach die-sem verfertigte er die Statüe in Marmor, welchenun in der St. Peterökirche zur ewigen Verwun-derung aller Kenner, und zum unauslöschlichenRuhme des Fjamengo aufgestellt und würdig ist,daß wir sie genau betrachten.
Die Statüe des heiligen Andreas ist mit er-höhtem Haupt aufrecht so vorgestellet, daß er denHimmel anstehet. Hinter den Achseln steigetdas in zween gestutzte rauhe Baumstämme abge-theilte Kreuz empor. Der Apostel umfaßt und er-greift einen Stamm mitdem rechten Arm. Durchdie linke ausgestreckte Hand äußert er den Ausdruckund die Regung der Liebe gegen Gott in seinerMarter. Die Brust und der rechte Arm sindbloß, der Mantel hängt unter der rechten Achselüber dem Kreuzstamm, und zieht sich in schönen
Falten