und Bildhauer, nebst ihren Werken. Z55
ihre Werke hingesetzt werden sollen. Eben dieseBeobachtung dienet auch den Malern zur Regel,welchen große Gemälde ausgetragen werden.Carl Maratta malte das Hochaltarblatt zu8. Earlo al Lorl'o zu Rom. Als es ausge-macht wurde, sah man kaum einen Pinselstrichdavon, weil das volle Tageslicht gerade daraufhinfiel, und dadurch einen jeden verblendete. Erfand aber ein Mittel, seinem Gemälde das gehö-rige Ansehn wieder zu verschaffen. Er entfernteden obern Theil fast drey Palmen von der Mauer,und bevestigte es so, daß es vorwärts hieng.Solchergestalt erhielt es das erforderliche Tage-licht so schön, daß es verwunderungsrvürdig in dieAugen fallt.
Jedoch ich habe noch ein paar Worte vonunserm Fiamengo zu reden. Unter seinen Wer-ken von Marmor befindet sich ein Kind, welchesin der Kirche s! Ompo 8snto zu Rom alle Au-gen der Kenner an sich zieht.
Dieses Marmorsiück ist so lebhaft, daß eseinen zum Mitleiden bewegt. Das Kind lehntsich seitwärts auf einen Todtenkopf, löscht mit ei.ner Hand die Lebensfackel aus, und trocknet mitder andern, die ganz in ein Schnupftuch eingewi-ckelt ist, die Thränen von den Wangen. Derbittere Schmerz seht jeden Zuschauer in eine trau-rige Bewegung, und dieses um so mehr, wennman sich des Fiamengo erinnert, der durch Ver-folgungen und Krankheiten endlich in der Blüte
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