Band 
[Theil II.]
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ZZ6 IX. Kurze Geschichte einiger Maler

seines Alters sein Leben endigen mußte. LudewigXIII verlangte ihn nebst dem Poußin nachParis, allwo beyde einen gleichen Gehalt gemes-sen sollten. Dieser Trost schien ihm seine Ge-sundheit wieder herzustellen, deswegen beschleu-nigte er auch seine Abreise zu einer Zeit, da ihmsein Bruder sehr großen Verdruß verursacht, jasogar, wie man argwohnt, ihm nach dem Leben ge-strebt habe. Er kam von Rom nach Livorno,Und starb daselbst im Jahr 164g, nicht ohneMuthmaßung, daß er Gift bekommen habe.Dieses Hot aber seine Richtigkeit, daß die Miste-,thaten seinem Bruder, welcher auch ein Bildhauer,aber in der Kunst und an Sitten von den unsri-,gen weit unterschieden war, endlich zu Gent aufden Scheiterhaufen gebracht haben. Bey sei-nem gerichtlichen Verhör soll er den Brudermordfteymüthig bekannt haben.

Unser Franz von Quesnoy oder Fiamemgo, hatte zwar nur ermeldete zwo großen Sta-tuen verfertiget; dennoch konnte man bey ihmeine solche erleuchtete Einsicht in der Wahl wahr-nehmen, daß man bekennen mußte, er habe inallen seinen Arbeiten eine eben so reine und feineKunst angebracht, als man sie in dem von denheutigen Bildhauern so sehr verachteten oder ver-nachläßigten Antiquen allein studiren kann. Erwar in der Arbeit so unermüdet und amsig, daß,als viele von seinen Freunden ihn zuweilen erinner-ten ; es wäre genug; das Stück sey gut; es brauche

nichts