Z74
X. Beschreibung
„inn man aber den Tempel von andern Gebau-ten darneben unterscheidet. Der Tempel rech.„ter Hand hat am Thore vier Colonnen von Co-„rimhischer Ordnung. Nebst dem Giebel,„Hauptgesims und denen Statuen um den Tem-„pel sieht man Hangende Festonen. Ich wollte„nach der Wahrheit der Geschichte allda eine„Feierlichkeit andeuten; denn ich bildete mir ein,„daß, indem man den Phocion aus der Stadt„hinaus schaffte, das ganze Volk sich in Lust,„Pracht und Frohlocken befinden würde. Es„begeht also den Tag um diesen Tempel mitFeyer-„lichkeit. Obschon dieses Volk sehr weit entfernt,-zu seyn scheinet; so kann man doch ohne Mühe„Freudengepränge zu Ehren der Götter wahrneh-„wen. Hinter diesem Tempel erscheint ein sehr„hoher, dicker und einer starken Säule änlicher„Thurm, auf welchem die Statüe einer Gottheit„pranget.
Poußm hat diese ohne Zweifel von antiquenDenkmaalcn, vielleicht von der Colonna Anto-nina geborgt, und dem Alterthum wieder gegerben. Es steigt auch nicht weit davon ein Oke-1il«i§ oder eine SpiHsäule empor. Poußin istmit stiner Beschreibung noch nicht fertig, erfahrtalso fort, und sagt:
„Der andre Tempel ist ein von Colonnen un.„terstühtes rundes Gebäude. Die Baukunst„scheint daran alle ihre Pracht angewendet zu ha-lben. In seinem benachbarten Umfange sieht
„man