z8o X. Beschreibung
nehmen, den ihm ein junges Magdchen von wei-ten anbietet; beyde aber können einander nicht er-reichen. Dieses weiß und dunkelroth gekleideteMagdchen wird aber dadurch noch mehr aufge-halten, da es sich umwendet, auf ihren alten Va-ter zurück hinsieht, welcher weit von ihr auf demBoden sitzt, die rechte Hand ausstreckt, der Toch.ter unwillig um Wasser zuruft, auf sie schmält,daß sie dem Jünglinge dies Geschirr zum Anfüllenhingeben wollte, und da er sie zum eilen ermähnt,sie noch langer aufhält, wie es zu geschehen pflegt,wenn man durch Uebereilung, Ungeduld undStreit alles verwirrt. Dieser alte unwilligeMann, der halb bloß und mit einem rothen Ge-wand über den ausgestreckten rechten Arm verse-hen ist, sieht dem borghesischen Seneka zu Romänlich. Dieser aber sitzt, und wird rückwärts voneinem Jünglinge unter den Achseln gehalten, daßer aufstehen soll. Auf seinem Knye aber liegtder Kopf und der Arm seines beynahe ohnmächtigenWerbes, welche den andern Arm sinken läßt.Alles ist im Schatten. Hier im Vorgrunde sitztein andres Weib, welche mit liegender offenerHand um Wasser bittet, und schreyt, daß manihr und ihrer Tochter zu Hülfe kommen möchte.Diese liegt mit dem Arm auf dem Schenkel derMutter, und ächzet. Sie laßt den rechten Armvorwärts sinken, ihr linker aber ruhet auf demErdboden. Ihr ganzer Leib ist mit einem blauenGewand in schönen Falten bedeckt, also, daß mannur den linken mit einem weißen Hemde beklei-det