Z93 XI. Nachricht
man in Absicht auf das wohlverwahrte G.maldekeine Sorge mehr zu tragen hatte. Ich schreibealles, was ich mit Verwunderung selbst beynahein einer Zeit von vier Monaten sehr oft gesehenund beobachtet habe. Ich war auch keiner vondem großen Haufen derjenigen, welche viel thun,und nichts studiern; sondern aus der kleinenSchaar derjenigen, welche viel studiren, und we-nig ins Werk setzen.
In der äußersten Höhe des Gemäldes fiengman hernach an, eine Gewölbung in die Mauereinzuhauen,damit zween Steinmetzen darinn Platzhatten, welche anstengen die bestimmte Dicke dergemalten Mauer abzumessen, hinter derselben mitStemmeisen einzuhauen, und die ausgestammtenZiegel-Malter-und Steintrümmern durch die ein-geschnittenen Seitenrinnen abzukehren. Diese Ar-beit währete den ganzen Sommer. Je tiefer dieseLeute eindrangen, desto langer wurden die Stämm-eisen, welche sich endlich in Stangen verwandelten,womit man ämsig fortstampste, und seitwärts denStaub, Sandund dieTrnmmern durch die Seiten-rinnen oder gemachten Einschnitte hinaus stieß. In-dessen wurde aber allezeit die Vorsicht gebraucht,daß die nach und nach abgelösete Mauer nicht fal-len, oder brechen, sondern vest stehen möchte, bissie gänzlich abgeschnitten war, und frey stund.
Durch andre Gerüste, Maschinen und Seilewurde endlich diese abgelösete dicke Wand auf dasGesicht der Malerey herabgelassen, und auf dem
zerstamm-