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XII. Die Architectur.
Gedankeneines römischen Bauverstandigen von derArchitektur - Lehre.
§. r.
Wie sehr sich der Mißverstand in das Bau-wesen eingeschlichen habe, dieses kann man an ver-schiedenen Gebäuden deutlich wahrnehmen. Bey-nahe Millionen sind nicht vermögend, den gutenGeschmack der Architectur wiederum in Aufneh-men zu bringen, und die Barbarey zu vertreiben.Die Gewonheit allein ist die Richtschnur, wornachsie ihre Arbeit abmäßen. Nicht die Kunst, son-dern was man seit vielen Jahren in einem fortgeübt, oder seit einigen Tagen von einem Maurerabgesehen hat, ist Architectur, weil eö gebaut ist.Wem aber soll man diesen Verfall Schuld geben;dem Bauherrn, oder dem Baumeister? Freylichsind meistens diese der Gegenstand derjenigen Ver-achtung, womit man das Gebäude im Vorbey-gehn anzusehn pflegt.
Allein, wie kann man denn die Baumeistermit Rechte tadeln, da man allerdings der Mey-nung ist, die Architectur sey schon lange eben soverloren, wie die zu Zeiten des Tiberius erfun-dene Kunst, das Glas mit dem Hammer zuschmieden, und breit zu schlagen, ohne es zu zer-trümmern?
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