XU. Die Architectur. 42 r
Es ist in der That nicht genug, wenn mansagt: daß die heutigen Baumeister in ihrerKunst nicht so geübt sind, als jene alten Archi-tekten vor einigen Jahrhunderten. Nein! die-ses ist noch viel zu wenig, wenn man hinzu seht,die Baukunst sey im Verfall; denn, obschon sehrviele Wißbegierige dieselbe studiren, so ist sie dochwirklich verloren; weil diejenigen, welche dieseKunst lernen, sie nicht in Uebung bringen, undwelche mit derselben fleißig umgehn, Tempel,Giebel und Häuser aufführen, sie nicht begreifen.Diesen Satz wird man allerdings für ein Räthselansehen, welches einer Auslegung bedarf. Esist ein starker Knoten, welchen ich hier aufzulö-sen willens bin.
Ich werde mich also bemühen, die Verwir-rung, Undeutlichkeit, und die Finsterniß davonabzusondern, und alles deutlich aus einander zusehen. Mein Endzweck ist, zu zeigen, was esheiße: die Architectur studiren.
Man studirt die. fünf Säulenordnungen desVignola, welcher ihren Unterschied zu erkennengiebt: er lehrt auch das Maaß des Piedestalsoder des Fußgestelles, der ganzen Colonne oderSäule, des Capitals, des Gebälkes, Frieses undKarnieses, nach einer jeden Ordnung, wie mansie in regelmäßigen, vollkommenen Gebäudenwahrnimmt; man lernt alles gut und schön ab-zeichnen, und mit Tusche durchwaschen. Da.
mit man sich aber darinn eine weitere und bef-Dd z sere