Band 
[Theil II.]
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Xll. Die Architektur. 42Z

Wie? woher- ? und auf was für Art lernendie Schüler alle diese schöne Sacken, wovon einejede insonderheit schon schwer genug ist? Mußman nicht bekennen, daß Anfänger, wenn sie nachihrer eigenen Erfindung eine Kirche, oder einen Pa-last zeichnen, so schwache, so ungewisse Grundregelnsie sich auch nach ihrem Eigensinn, ohne Vorsicht,ohne Ursache und ohne Grund angewöhnen, den»noch nach und nach etwas zu arbeiten anfangen,und die Hand bereits an die Emporbringung ei-nes Gebäudes anlegen?

Zur Ausführung eines dauerhaften vestenWerkes ist eine große Uebung erforderlich; da-her suchen sie einen Baumeister, welcher mit ei-nem Gebäude beschafftiget ist. Sie sehen ihmzu, wie er die Grundvcste veranstaltet; sie beob-achten, wie dick er die Mauern anordnet, wie erdie Gewölber bevestigct, und was dergleichenmehr ist. Allein, solche einzelne und besondreUmstände machen noch keine ganze Wissenschaftaus; man erhalt dadurch keinen Unterricht, eswäre denn, daß man nur eben daffelbige oder ei-nerley Werk unternehmen wollte. Dieser Zu-fall aber eräugnet sich niemals. Findet man aberGelegenheit, ein solches Gebäude aufzuführen,welches dieselbige Weite und Höhe nicht habensoll; welches nicht in einer gleichen Gegend zustehn kömmt; wo die Eigenschaft desselbigenGrundes nicht angetroffen wird; wo man den-selbjgcn Sand, Kalk, Ziegeln und Steine nichtDd 4 haben