Band 
[Theil II.]
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XII. Die Architectur.

haben kann; wo alle besondre Umstände gänzlichunterschieden sind, oder wo nur ein einziger, je-doch ein Hauptfall sich anders äußert: wie wirdein solcher Anfänger der Architectur zu Werkegehen?

Gesetzt, ein andrer Baumeister hat das Ge-wölbe eines Zimmers drey Klaftern weit gemacht,und durch eine fünf Schuh dicke Mauer bevesti-get; was wird ein junger Ärchitect hieraus voreinen Nutzen schöpfen, als es anderwärts ihm än-lich zu machen? Wenn aber sein Gewölbe nurzwey, oder gar vier Klaftern weit seyn muß; wenndas Gewölbe nicht gedruckt, sondern zirkelsörmigoder anders gespannt wird; wenn es, anstatt aufMauren herum, einer Seiks auf Pfeilern ruhensoll; wenn die Mauren dort von Quatersteinen,die seinigen aber von Ziegeln sind; wenn jenesGewölbe auf eine gewisse Art, das seinige aber aufeine andre beschwert ist; wenn viele andre Sa-chen endlich sehr beträchtlich unterschieden sind;zu was für Regeln wird der neue Ärchitect seineZuflucht nehmen? Gesetzt, er sollte ein gedrucktesgroßes Gewölbe zu Stande bringen, worauf nochein großer Büchersaal ruhen soll, dessen größesteSeite, worauf er steht, eine freye Mauer herumist; mit was für Hülfsmitteln wird er ein solchesGewölbe sicher stellen?

§. L.

Hieraus ist also der sichere Schluß zu ma-chen, daß allgemeine Grundsätze und Regeln von-

nöthen