Band 
[Theil II.]
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jXN. Die Architectur.

nöthen sind, welche zeigen, wie man die Gewaltder Bogen, der Gewölber und den Widerstandder Mauren mästen und erwägen müsse, um ei-nes mit dem andern zu vergleichen und zu verbin-den. Alles dieses lcrnr man nur aus der Geo-metrie, Größenlehre oder Maßkunst, aus Abhand-lungen von dem Maaß der Gewölber, von demWiderstand und Druck, von der Schwere derKörper, von der Mechanik und andern dergleichenLehren.

Viele Architekten bekümmern sich oft wenigum dergleichen mühsame Umstände; sie verlassensich lediglich auf ihre untergebenen Mauermeister,und scheuen sich nicht zu sagen: dergleichen Ar-beiten gehören nicht zur Architectur, sondern zumMaurerhandwerk. Diesen Meistern, und nichtihnen, liege es ob, dieselben zu besorgen. Fällthernach ein Stück ein, find Leute verschüttet undtodt geblieben, so sind die Maurer und ihr Mei-ster Schuld daran.

Man kann also ohne Verwegenheit behau-pten, daß alles durch eine bloße Practik, dasist,' durch einen blindlings angewöhnten Ge-brauch geschehe. Daher steigen die Gebäudeentweder zu schwach, oder mit andern Gebrechlich-keiten in die Höhe; oder sie sind zu stark und zuschwer, so, daß sie dem Bauherrn große Kostenverursachen, die ausserdem nicht erforderlich wä-ren; andrer Ungelegenheiken zu geschweigen, wel-che gemeiniglich bald nachfolgen.

Dd 5 Wer