4ZS XII. Die Architeetur.
so muß man sehr aufmerksam na6)forschen, wieman das Schickliche, das Maaß, das Verhält-niß und das Anständige gehörig vereinigen könne.
Diejenigen entschuldigen sich also sehr un-.überlegt, weiche betheuren, daß sie das Stückvom Antiquen oder von guten Meistern genauabgemessen und abgeborgt haben; denn der Ver-stand und ein scharfsichtiges Auge hat in allen Sa-chen mehr Vermögen, als das Abmäßen einesKopfes. Daher sagte Michelagnolo : man
müsse den Zirkel und das Maaß in H)cn Augenhaben. Dieses aber mangelt bey denen, welcheweder die Zeichnung, noch die mathematischen Wis-senschaften versteh«.
Es hat also das Ansetzn, daß man zu Auf-führung und Verzierung eines Gebäudes keinenArchitecten, sondern einen Maler, oder einenBildhauer zu Rathe ziehen sollte. Als Cosinus k.von Toskana seinen Garten und Palast Bobolianlegen lassen wollte; so erwählte er zu diesemUnternehmen den Bildhauer Tribolo, welcheralles so herrlich zu Stande brachte, daß er demGroßherzog alle seine Lustgebaude, Garten,Brunnen, Aussichten und Verzierungen ausfüh-ren mußte. Der allgemeine Beyfall folgte aufseine Belohnung, und auch noch heut zu Tagewird seine Erfindung von allen Kennern bewun-dert.
Ein gleiches Glück hatte auch der berühmteMaler Dommichill>), Der Cardinal Aldobran-
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