4)3 XII. Die Architectue.
§- 5 -
Man redet nicht wider sein Gewissen, wennman bekennet, daß die Architektur schon langenrcht mehr gehörig studirt werde. Man kannzwar erfinden und verzieren; aber nicht allezeiteintheilen und bevestigen; oder man kann auf demPapier nur das Lineal und den Zirkel brauchen,wie die meisten Schüler, welche hernach, wenngedachtes Werkzeug nicht statt findet, wie verlo-ren herum schiffen, und höchstens einen hier oderda geraubten Schnirkel machen können.
Ich sage nicht, daß das bloße Zeichnen alleinden vollkommenen Architekten ausmache; viel-weniger behaupte ich, daß ein Maler oder Bild-hauer eine Grundlegung und die nöthige Bevestr-gung eines Gebäudes veranstalten, dasselbige nachder erforderlichen Gemächlichkeit nach allen Noth-wendigkeiten anordnen, oder die Wohnungen soeintheilen könne, daß die Zimmer schicklich, be-quem, hell und angenehm werden; sondern ichsage, daß man ohne die Vortrefflichkeit der Zeich-tiungökurist in der Verzierung eines Gebäudesschwerlich fortkommen werde.
Was die Emtheilung der Wohnzimmer,Kammern, Behältnisse, Treppen, Gewölber,Höfe und andrer Stücke eines jeden Gebäudesoder Palastes betrifft; so wird alles dieses ein gu-ter Zeichner, der auf Leinwand oder in Marmoreine gute Uebung hat, weit geschickter, als andre