Band 
[Theil II.]
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XII. Die Architektur.

phyr zuwege, und Verrochio die Art in Gyps zuZiesten. Johann von Brugg erfand die Artin Oel zu malen, und Bemardo Buontalentidas Granarenwerfen, Porcellan zu machen, Schneeund Eiß zu erhalten, und andre dergleichen unzäh-lige wunderbare Sachen mehr.

Man kann also den richtigen Schluß machen,daß ein hartnäckiges Studiren, ein anhaltenderFleiß, viel Witz und Verstand und eine Mengevon Kenntnissen die Grundlage der Architektursind, welche man in zwey Hauptstücke, nämlichdie Mathematik und Zeichnungskunst zusammen-ziehen kann, die man aber so gut verstehen muß,als ein Professor der Malerei- und der Sculptur.Wer diese besitzt, kann eher ein Archikect genen-net werden, als jener, dem bloß die erste bekanntist. Einer und der andre hingegen insonderheitkann nur uneigentlich mit dem Namen eines Ar-chitecten prangen.

Hiemit glaube ich den Knoten aufgelöset und dasRäthsel erklärt zu haben, daß derjenige, welcherdie Architektur siudirt, dieselbe nicht übe; undderjenige, welcher Gebäude ausführt, diese Kunstpicht studire. Woraus dann die Folge gezogenwerden kann, daß die Architektur nicht nur imVerfall, sondern ganz und gar verloren sey.Man ist auch beynahe überzeugt, wie viele, undwas für Regeln und Anfangsgründe der Archite-ktur unentbehrlich sind, und daß niemand, der dieseKunst wirklich ausübet, sie gründlich verstehe,

oder