Band 
[Theil II.]
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442 XII. Die Al'chr'tcctur.

lichen sollten, denken auf nichts anders, als aufdie Nachahmung einer Zierde an einer andern gu-ten Architectur. Diese verändern sie ein wenig,und übertragen sie auf ihr Werk, wo sie solchenach ihrem Sinne mit allerhand Schnirkeleyenbekleiben, für eine neue Erfindung anrühmen, undüberzeugt sind, daß alles verschönert sey. Al-lein, dieses heißet nicht, das Ziel, das Ende unddie Ursache der Architectur treffen, noch wenigerseinen Sinn nach derselben richten. Wenn sieihre Gebäude zieren, und in ein vortrefflichesAnsetzn bringen wollten, sollten sie vorher überle-gen, ob auch die Zierrathen dort nothwendig sind,folglich, ob ihr Sinn dem Theil und seiner Be-stimmung gemäß sey, mithin der Endzweck unddie Anwendung solcher Verzierung nicht ausserAcht müsse gelassen werden. Beobachten sienun, daß ein solcher nothwendiger Theil des Ge-bäudes unförmlich und unansehnlich werde; so müs-sen sie sich bemühen, daß sie ihn angenehm undwohlgefällig machen. Auf diese Art wird dieVerzierung schicklich angebracht, und dadurch be-wirkt, daß alles in seine Symmetrie, in sein Eben-maaß, in sein richtiges Verhältniß, Und in seineGleichförmigkeit komme, welche auch einem un-geschickten Beobachter, der die Ursache nicht ein-saht, Wohlgefallen möge. Durch ein Beyspielwird dieses deutlicher erklärt werden: Es ist fastnicht möglich, daß man das Vorgebäude der Uo-tuncia zu Rom ohne Erstaunen ansehen könne.Was ist aber die Ursache, weswegen die Einbil-dung--