Band 
[Theil II.]
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Xkl. Die Architektur.

stätiget dieses, da er sagt, daß das Colonnen-wesen selbst anfangs unansehnlich und plump ge-wesen sey, weil es zu nichts anders als zur Be-vestigung und Unterstützung cine-s Gebäudes ge-dient habe. Da nun also auf demselben eineFläche war, aus welcher das Regemvasser sichaufhalten und dem Werke schaden konnte; somachte man einen schönen Giebel mit einem zier-lichen Gesimse zum Ablauf des Masters mit sol-cher Kunst, daß die Augen ihr Vergnügen dar-an fanden und noch itzo finden. Die Vernunftlehret uns, daß ein Gesimse, welches ich zumBeyspiel anführe, nicht sowohl zur zierlichen Be-kleidung, als vielmehr zur Verwahrung und Be-schüßung desjenigen Theils, woran es steht, diene.Die Vorlage desselben ist allezeit dem Nutzen ge-mäß, den es leisten soll, nämlich Wetter, Re-gengüsse, und andre Beschuldigungen von de«Haupttheilen abzuhalten. Hieraus folget, daßgewisse Verzierungen nicht hervordringen sollen,weil es dem Endzwecke des Gesimses zuwider,und den erhabenen Zierrathen schädlich seynwürde.

Wenn man also dergleichen Grundursachen!n Erwägung zieht, und den Ausspruch des Vl-tkttvius betrachtet, welcher sagt, daß die Kunstin Werken und Vernunftschlüssen bestehe; dieseaber durch Scharfsinn und Mühe den Grund desVorhabens, mithin das Ansetzn der Werke bewei-sen und erklären könnten; so wird man überzeugt

werden.