Band 
[Theil II.]
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XU. Die Architektur.

werden, in wie großen Irrthum und Fehler dieBaumeister verfallen, welche von solcherley un-entbehrlichen Betrachtungen nichts wissen.

Ein krontilpimum oder Giebel von gemel-deter Art ist, wenn ich mich in meiner Erinne-rung nicht irre, an einem Orte erbaut, wo keinRegen oder andres Wasser hinfließen kann. Die-ses hätte ich für eine überstüßige und eitle Verzie-rung gehalten, wenn e§ nicht von dem Archite-kten deswegen ganz^vernünftig und'geschickt wäreangebracht worden- weil eben daselbst verschie-dene Theile des Vorgebaudes dem Regen bloß ge-setzt sind.

Vornehme und scharfsinnige Architecten ver-meiden solche Arbeiten; daher habe ich mich überdas Thor verwundert, welches BemardoBuon-talenti so witzig erfunden hat. Der Giebel istin zween Theile geschnitten, und umgekehrt aus-gesetzt, solchergestalt, daß desselben zween Spi-tzen mitten auf dem Thore ruhen, und die andernin der Höhe senkrecht auf den zwoen äusserstenSeiten der Pfeiler stehen. Wenn es also aufdieses Thor regnete, so würde dieser so getheilteGiebel machen, daß in der Mitte das Wasser zu-sammen stieße, und es auf die Vorbeygehendcnhinunter gieße. Allein der geschickte Baumei-ster hat es auf eine solche Art abgetheilt, weil esnicht unter freyem Himmel stehen mußte. Umes noch vollkommener zu verzieren, hat er mittenauf dem Thor zwischen den beyden Giebeln ein

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