Band 
[Theil II.]
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448 XII. Die Architektur.

sey, oder ob es mit der Absicht des ersten Erfindersübereinkomme, oder nicht.

Sie würden sich aber dem Gelächter zicmlichaussetzen, wenn sie jenes bonarottische Fensternachmachen wollten, welches dieser große Mannnur an einem einzigen Orte in der ganzen Weltfür anständig befunden hat. Ein Fenster, sageich, dessen zween Seitenpseiler nicht senkrecht,nicht gleich weit, sondern von oben herab bis anden Fuß immer weiter auseinander weichen, unddie geschicktesten bauverständigen Beobachterin ein tiefes Nachsinnen, Verwunderung undVergnügen setzen. Dieses Fenster pranget in derberühmten Kapelle von St. Lorenz, wo die Kör-per der unsterblichen Fürsten von Medici zu Flo-renz beygesetzt sind.

Allein, diese und dergleichen altväterische Ge-danken werden heute nichts mehr fruchten, sondernvielleicht von vielen verhöhnt werden. Daherwill ich alles zusammen fassen, und schließen, daßdie Baumeister nichts zur Verzierung annehmensollen, als was der Natur und der Sache gemäßist, dergestalt, daß ein jeder zu sagen wisse, undaus vernünftigen Gründen darthun könne, war-um er es lieber so, als anders gemacht habe.

Uebrigens werden meine leser nunmehr über-zeugt seyn, daß die Kunst der Architectur sehrviel Studiren und Nachsinnen, sehr viel Fleiß undVerstand, sehr viele Kenntnisse und Erfahrung

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