Band 
[Theil II.]
JPEG-Download
 

455

auf griechische Art.

daß sie ins Modegriechische verfallen sind, und denguten Anstand (banne Zrace), die Schönheit,oder wie sie Hogard' nennt, die angenehmeSchlangenlinie allerdings in Verachtung gebrachthaben, weil sie mit dem-Geschmack aller Zeich-nungen zufrieden waren, in welchen sich allesunter einander kreuzte, sich zuwider lief, und un-gleichseitig erschien. Dieses eigensinnige Wesenschlich sich endlich sogar in die Baukunst ein, daßman sie von dieser Pest kaum retten konnte. Manzierte die Häuser nicht wie die Schäfer ihre Hüt-ten, mit Vögeln, Blumen und Bändern, son-dern ohne Grundregeln und Geschmack, mit einerMenge großer und kleiner Schnirkeleyen vonGyps, und wurde nicht inne, daß dergleichenVerzierungen den Mauern ihren Untergang be-schleunigten, Schnee, Vogelnester, Staub undRegen darinne Plah fänden, und endlich dasganze Gebäude zerfetzten Wänden bald änlichmachten.

Was die Alten von der Natur zum Musterund Vorbild ihrer Verzierungen wählten, wurdedurch das neue a la 6recgue und seine Anhän-ger meistens gemißbilliget, ja selbst die Wahr-heit schien verhaßt zu seyn. Daher haben wirzu unsern Zeiten Häuser und Säulen, auch aus-gesperrte Giebel auf den Dachziegeln gesehen.Auf Sieges- und Ehrenbogen stellte man keineFlußgötter, sondern die Ströme selbst ohne Ab-lauf zum Schrecken vor Augen. Man sieht aufFf 4 Krag-