458 XIII. Von der Verzierung
Eigenthümer und der Gebrauch des Hauses selbstgiebt schon zu Zierrathen Anlaß, welche, wenn siegehörig, sparsam und geschickt angebracht werden,ohne dem Regen, Staub und Schnee einen Auf-enthalt zu geben, dem Besitzer und BaumeisterEhre machen können, zumal, wenn sie die Ursacheihres Daseyns, nicht aber einen ungefähren Eigen,sinn vor Augen stellen. Dergleichen sind Frucht-hörner, Blumen, Obstgehenke, Kränze, Zweige,Gefäße, Waffen, und höchstens ein Schild in derMitte, mit leichten Rollen zu einer Aufschrift, diesich von der Luft zusammenrollen.
Es schicken sich dazu alle Kennzeichen derReligion, der Tugenden, Musen und Künste, aberalles mit äußerster Symmetrie in freyer,;runder,oder halberhabcner Steinarbeit, die der Mauergleich dauert, und nicht in kurzer Zeit durch Sturzund Fall das Gebäude verunstaltet.
Alles sollte mit Mäßigung, Ziel, Maaß,Verhältniß und Ueberlegung geschehen, daß mannicht an einem Zeughause Iagdgeräthe, oder aneiner Kirche Waffen erblickte, dergleichen der Ti-tel eines Gebetbuches vorstellt, auf welchem derHimmel durch großes Geschütze gestürmt wird,welches die menschlichen Seufzer bedeuten sollte.
Wer nun dem guten Geschmacke nachstrebenwill, der lasse sich eine kleine Schrift empfohlenseyn, welche unter dem Titel: Versuch in derBaukunst im Jahr 1758, und: Neue Anmerkun-gen