Band 
[Theil II.]
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oder vorn Fresco. 481

Von ver Mannichfaltigkeit andrer zärtlichenTinten, die man in der Natur sieht, will ich nichtserwähnen, weil ihre Menge so unendlich groß ist,als man sie in Früchten und Blumen wahr-nimmt. Man beobachtet also die natürlichenFarben, und diesen macht man die Vermischun-gen änlich.

Von den gemeinen Fleischfarben aber, welchehell sind, merke man nur, daß sie von rother undweißen Erde gemacht werden. Durch solcheVermischung können sie nach Belieben schwacheroder stärker werden; doch müßen sie nicht allezeiteinerley seyn; denn die Tinten in der Natur sindvielfältig. Das Geschlecht, das Alter, die Ei-genschaften der Personen sind oft in ihrem Na-ckenden sehr weit von einander unterschieden. Da-mit sie also richtig, eigen, gehörig und änlich er-scheinen, so muß man öfters bald grün, oder gelb,bald beyde zusammen darunter mischen, und weildie Figuren alter Männer sehr unterschieden sind,so nimmt man anstatt der rothen Erde, die ge-brannte gelbe Farbe. Es ist auch gut, daß sieso gebrannt sey, damit, ehe und bevor man sievon der Glut wegnimmt, eine dunkle Farbe darraus werde, und sich nicht in ein starkes Schwar-zes verändere. Auf solche Weise bekömmt sie imFresco die Eigenschaft und Wirkung, wie man siesonst am feinenLack in trockenen oderOelmalereyenwahrnimmt.

Hh §. 4.

II. Band.