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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
Entstehung
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Vorrede

M

seinen Universitäten zu den öconomischen Wissenschaf-ten einen Lehrftuhl zu stiften. Es geschahe auch die-ses wirklich sowohl in Frankfurt an der Oder, alsin Halle. Das öconomische Lehramt in Frankfurtan der Oder ist bald wieder eingegangen. Allein,das in Halle besteht noch; und hier war der Königbey der ersten Besetzung so glücklich, an dein geheimenRath Gasser einen Mann zu finden, der in diesenWissenschaften in der That viele Fähigkeiten hatte,ob er gleich nicht ordentlich und systematisch genugdachte, um diese Wissenschaften vollkommen bearbei-ten zu können. Daher hielt auch der König auf sei-ne Lehrstunden so viel, daß sich ein preußischer Unter-than wenig Beförderung versprechen konnte, wenner nicht, von Gassern ein Zeugniß auszuweisen hatte,daß er seine öconomischen Collegia fleißig besuchethätte. Dieses Beyspiel des Königes von Preußenhat endlich mehr Staaten auf den Nutzen der öcono-mischen Lehrämter aufmerksam gemacht; und manhat dergleichen in Upsal, in Göttingen und auf eini-gen andern deutschen Universitäten, wie auch bey ei-nigen akademischen Collegiiö, als in Wien und zuBraunschweig, gestiftet.

Allein, wenn man auch Hoffnung hätte, daßdergleichen öconomische Professuren allenthalben ein-geführet werden dürften, worzu es doch noch keiltengroßen Anschein hat: so wird doch meines Erachtensder Wichtigkeit der Sache noch keine Genüge gelei-stet. Die Absicht bey dergleichen Professuren istgemeiniglich nur die Haushaltungskunst und die Land-wirthschaft, benebst etwas wenigem von der Policeyund den Regalien zu lehren. Wenigstens erscheint

dieses