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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
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ZI4 Von dem Gehorfanr der Unterthanen

im Stande sind, dieselben zu befolgen. Dennwenn die Befehle selbst unüberwindliche Schwierig-keiten und Hindernisse bey sich führen, oder nichtalso verfasset sind, daß man dadurch die Mey-nung und Absicht des Befehlenden genugsam erken-nen kann: so wird es gleichfalls den Unterthanenunmöglich gemacht, dieselben in Erfüllung zu setzen *).Vielmehr erfordert der Endzweck, den sich die obersteGewalt bey ihren Befehlen vorsetzet, daß sie denUnterthanen den Gehorsam auf alle Art erleichtern,und ihnen die erforderlichen Mittel und Wege an dieHand geben muß. Es ist demnach nöthig, daßwir die Beschaffenheit der Befehle etwas naher er-wägen, die eine weise Regierung zu beobachten hat,wenn sie von ihren Unterthanen Gehorsam verlanget.

Dergleichen Befehle können ihrer Natur nach nichtbefolget werden: und so strenge auch die Kriegeszuchtist; so kann sie doch bey dergleichen Gelegenheit aufdie Nichkbefolgung der Befehle keine Strafe verfü-gen. Ich will ein gewisses Beyspiel zur Erläute-rung beyfügen. In dem letzter« österreichischenSucceßionskriege war der Obrißlieutenant von G--mit einem Bataillon Infanterie auf dem Marsch inein Dorf einquartiret, das aus Versehen des Gene-ralquarticrmeisters zugleich dem Artillcriecorps zumQuartier angewiesen war. Die Artillerie kam zu-letzt und meldete dieses Versehen an den Gencral-siaab. Der General von R - - stellete sogleich Or-dre an den Obristlicutenant von G - -, daß er mitseinem Bataillon ausrücken, und der Artillerie Platzmachen sollte. Allein weil die Ordre nicht in sichenthielt, wo das Bataillon Hinrücken sollte: so ge-horchte derselbe nicht,, sondern machte der Artillerieeinigen, wiewohl wenigen Platz im Dorfe. Als dieArmee folgenden Morgen im Marsch zusammen kam:so setzte der General von R-- den Obristlieutenanthitzig zur Rede, warum er seiner Ordre nicht gehor-chet hätte. Weil sie mir es selbst unmöglich gemachthaben, war seine Antwort: denn ich kann es nichtverantworten, mit den Leuten des Königs unter freyen

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