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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
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und Vermehrung der Einkünfte. 57

und die alten Länder ungleich mehr dabey ruiniret wer-den, als das neue eroberte Land öfters in Jahrhunder-ten nicht einträgt, zumal wenn man das unschätzbareLeben so vieler tausend Menschen, das dabey versplit-tert wird, in einigen Betracht zieht. Auf dem zwey-ten Hauptwege, nämlich der Vorsorge und Bemü-hung der Regierung, geschieht die Vermehrung derEinkünfte entweder durch die Staatskunst, oder durchPolicey- und Cameral-Anstalten. In Ansehung derBemühung der Staatskunst sind die Subsidiengelder,die ein Staat vermittelst geschlossener Bündnisse undTractaten von andern auswärtigen Mächten zieht, diewichtigste zeitige Vermehrung der Einkünfte; undwenn man dabey seine eigenen Länder keiner Gefahraussehet; so kann man einen so ansehnlichen Zuflußallerdings mitnehmen *). Jedoch ist hier nicht derOrt davon zu handeln. Wir haben also nur die Po-licey- und Cameral-Anstalten zu Vermehrung derStaatseinkünfte umständlich zu erörtern.

*) Ehedem wurde es eben einem Regenten nicht fürrühmlich gehalten, wenn er von einem andern S»b-stdiengelder empfieng, oder wie man die Sache da-mals ansah, in dessen Solde stand; und als die Chur-fürsten den Kaiser Adolph aus dem Hause Nassur, absetzeten; so war es eine von den wichtigsten Ur-sachen , daß e» in den Sold eines ausländischenKöniges getreten wäre, da er doch von dem Königevon Engelland bloß Subsidiengelder genommen hat-te, um Frankreich bekriegen zu helfen. Heute zuTage steht man die Sache mit ganz andern Augenan, und die Subsidiengelder sind sehr gewöhnlichgeworden, von welchen man damals keinen rechtenBegriff hatte. Wenn man Subsidiengelder em-pfangt, um nur stille zu sitzen, oder eine mäßige Hül-fe zu leisten, die niemand als eine Theilnehmung andem Kriege ansehen kann, und man hat von denUnternehmungen des Bundesgenossen für die allge-meine Freyheit von Europa nichts zu befürchten; sosind dergleichen Subsidiengelder einem Lande sehrD 5 nützlich,