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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
Entstehung
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VerschiedeneWeste die Ein»fünfte desStoatszuver»niedre».

56 l. Buch, i.Abth. Von Gründung

fassung bleiben kann, sondern sich hier und dort vermin-dern muß. Wenn man nun auf keine Vermehrung derEinkünfte bedacht ist, und mithin die sich vielleicht inandern Theilen des Staatsvermögens ereignete Ver-größerung außer Acht laßt; so muß nothwendig dasbereiteste Vermögen nach und nach abnehmen. Gleich-wie aber eine Privatperson niemals zu viel Vermögenhaben kann (i Theil §. 4ZZ-); so kann man noch vielweniger behaupten, daß die Einkünfte eines Staatsjemals zu hoch anwachsen können, wenn sie nämlichauf eine dem allgemeinen Staatsvermögen und dieWohlfahrt der Unterthanen unnachtheilige Art erho-ben werden. Denn je mehr Einkünfte ein weiser Re-gent in Händen hat, desto vollkommener wird er dieWohlfahrt des Staats und die Glückseligkeit seinerUnterthanen befördern können. Da nun die Ver-mehrung der Staatseinkünfte im Grunde nichts an-ders ist, als eine neue Gründung eines Theiles des be-reitesten Vermögens, und da die Vergrößerung derEinkünfte allenthalben von einem geschickten Camera-listen erfordert wird, wie es denn auch in der That seinHauptzweck ist; so müssen wir hier von der Vermeh-rung der Einkünfte des Staats ausführlich handeln.

§- 45 - '

Es kann aber die Vermehrung der Einkünfte desStaats durch zweyerley Hauptwege geschehen, nämlichentweder durch die Wege des Glückes, oder durch dieVorsorge und Bemühung einer weisen Regierung.Die Wege des Glückes kommen vornehmlich aufErb-schasten und andere Anfälle an, wodurch dem Regen-ten eine Vermehrung an Land und Leuten, oder anEinkünften zuwächst. Man muß auch die Erobe-rungen im Kriege darunter rechnen, die aber die mis-lichste und schädlichste Vergrößerungöart ist, weil ge-meiniglich so viele Geldsummen dabey aufgewendet,

und