Zustand der Wissenschaften rc. 327
ret, würde er nur auf geradewohl bauen, er xvuwürde nur ein unförmliches und grobes Stück» 2abri>uuh.werk hervorbringen. Der von dem Genieaufgemunterte, und von dem Geschmacke ge»führte Künstler ist der Verstand, welcher ollesführet; er allein kennet, er allein zeichnetdas Ganze des Werkes, und die Uebereinstim-mung der Theile, welche es ausmachen.
Dieses war der Zustand der Gelehrsam-keit in den ersten Jahren des XVII Jahrhun»dertes. Aber unter der Ministerschaft des un-sterblichen Richelieu begann die glückliche Ver-änderung , welche sich schon seit langer Zeitin Frankreich, und in ganzen Europa vorbe-reitete , zu wirken. Der Einfluß dieses mäch-tigen Genies mußte alles erfüllen, allenthal-ben wirken, aber besonders an den seinerThätigkeit ganz und gar unterworfenen Or-ten. Wir betrachten ihn hier nicht als ei-uen Politiker, der nach seinem Willen alleNationen in die Bewegung setzet, ihre Sachennach seinen Absichten verändert, einschränket,und ste zur Vollziehung seiner Vorhaben Mit-wirken läßt, sey es, daß sie mit ihm über-einstimmig sind, sey es, daß sie sich widri-gen Entwürfen überlassen. Wir betrachtenihn hier nur als einen Beschützer der Gelehr-samkeit, als einen Freund der Gelehrten, derihnen seinen Palast eröffnet, ihnen sich gün»stig zeiget, und mit ihnen die Augenblicke zn-Sb 4 bringt,