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Geschichte von Frankreich
Löir.
nicht lieber wiederum zu sich nehmen würde. Dieser Mann , der damals nichts, alsein gemeiner Soldat unter der Leibwache war, weigerte sich, dieses Iahrgeid zu bc»zahlen, und auf feine Verweigerung übergab sie eine Bittschrift, um ihre Freyheit zuverlangen, welche sie auch erhielte.
Ihre Sache war noch bey dem Parlement anhängig, als man dem Ravaillacden Proceß machte, und sie war in dem Parlementsgefängniß, als dieser Bösewichtherauskam, um seine Strafe zu leiden. Dieses Weib gerieth bald in eine überausgroße Dürftigkeit, und man weis nicht, ob sie nicht in der Absicht, einige Hülfe zuerlangen, auf den Einfall kam, zur Königin Margaretha, den funfzehnden Jännerr6n. zugehen, um ihr zu entdecken, daß sie die Mitschuldigen des Ravaillae wüßte.Sie machte eine sehr umständliche Beschreibung von ihrer Verschwörung, welche sieöfter, als einmal, und jederzeit mit den nämlichen Ausdrücken wiederholte. Sie be.schuldigte den Herzog von Epernon und die Marquifin von Vcrncuil, daß sie die vor-nehmsten Urheber davon gewesen waren. Die Königin Regentin wollte, daß dies«Beschuldigung gründlich untersucht würde, und wiese die Sache an das Parlement,durch einen den siebenzehnden Jänner iüri. ausgefertigten offenen Brief.»
Die von Eseouman wurde verhört, und auf ihre Aussagen wurde einer Na-mens Stephan Sauvage, Kammerdiener des Herrn von Cntragues, in gesanglicheVerhaft gezogen und in das Parlementsgefängniß gebracht. Drey Tage nachher wur-de einer, mit Namen Jacob Godin, in den Kerker gelegt; aber diese zween Angeklag.ten wurden, nachdem man sie ihr unter die Augen gestellt hatte, durch einen Ausspruchvom funfzehnden März wiederum in Freyheit gesetzt; und endlich verurrheilre sie dasParlement, den dreyfigsten Julius, daß sie lebenslang eingesperrt werden und tausendLivree Strafe dem König bezahlen sollte.
Der Marschal von Etrees redet in seinen Denkschriften von der Regentschaftfolgender maßen von dieser Sache: „ Zu eben derselben Zeit machte die von Eseoumaneine fthr gefährliche Anklage wider den Herzog von Epernon, und behauptete, daßer und die Marquisin von Vermut!, deren Bediente sie gewesen war, Wißcnschaftund Theil ander abscheulichen That gehabt hätten, so an der Person Heinrichs desGroßen begangen worden. Da aber die Sache an das Parlement gewiesen worden,„ und sie diese Anklage nickt crwrisiick macked konnre; so wurde sie verurtheilt,„ daß sie lebenslang in einem Gefängniß sollte eingesperret werben.
Diese Worte, da sie diese Anklage nickt erweislich machen konnte, welchedieser Herr vielleicht nur von ungefähr so hingesetzt hat, haben zu wunderlichen Aus-legungen Anlaß gegeben. Man hat daraus den Schluß gemacht, daß die von Escou«man nicht deswegen verurtheilt worden, weil sie eine falsche Anklage vorgebracht, son-dern weil sie eine Anklage nicht hatte erweisen können, welche wahr seyn konnte. Die-ses würde allezeit einen schrecklichen Verdacht, wider alle diejenigen, so sie anklagte,hinterläßet,.
Indcßen versichert der Verfaßer des iVisecure , daß dieses Wekb
vollkommen der Unwahrheit und des Betrugs in denen Verhören wäre überwiesen wor-den, da man ihr andere Personen unter die Augen gestellt, und wo man auch die aller-geringsten Umstände aufs genaueste untersuchte, die zur Kenntniß der Begebenheiten,die sie angeführt harte, bringen konnten: und daß viele von diesen Umständen offenbarftlsch befunden wurden, ob sie schon ein so gutes Gedächtniß harte, daß sie bey allenArtikeln ihrer ersten Aussagen beständig fort auf einerley Rede blieb. Man zog in
Berrach-
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