unter der Regierung Ludwigs xnr. i5 r
Als die Prinzeß!» von Conti keine Hofnung mehr hatte , auf dieser Seite durchzu»dringen, so bediente sie sich eines andern Wegs, um die Wünsche der Königin Mut»ter bis zu ihrem Sohn gelangen zu laßen : Aber Ludwig war beständig unbeweglich.Endlich ließ die Prinzcßin von Conti für sich selbst um Gehör bey ihm anhalten.Er antwortete, daß er sie ganz gerne sehen würde, wenn sie nur nicht von wegen ei,ner andern Person käme. Hieraus entschloß sie sich, zu dem Könige zu gehen , ohneihm ein einziges Wort von der Königin Mutter zu sagen. Die junge Königin,der Herzog von Anjou, Bruder des Königs, die zwo Prinzeßinnen von Frankreich,seine Schwestern, und die Prinzeßinnen von Geblüt hielten vergeblich an um die Erlaub,niß, sie zu besuchen. Der spanische Gesandte, der in das Louvre gekommen war,glaubte, er könnte, wie gewöhnlich, in ihre Wohnung gehen; aber Vitry hielt ihnzurück und sagte zu ihm: Wo gehen Sie hin, mein Herr, man gehet nicht mehrdaher; Sie müßen zu dem Könige gehen, Ihr Compliment zu machen.
Während daß die unglückliche Maria von Medicis in ihrer Wohnung gefangengehalten wurde, so erschallere in derjenigen des Königs alles von Lobeserhebungen undfreudigem Zuruffcn ; die Hoflemc fanden sich haufenwciß daselbst ein und man wargenökhiget) diesen jungen Prinzen auf einen Billiard zu stellen , damit er diejenigendesto leichter sehen konnte, welche kamen, ihm ihre Unterthanigkcit zu bezeugen,und damit er auch von ihnen beßcr gesehen wurde. Er sagte zu den einen, daß ergezwungen gewesen wäre, sich ftchs Jahre lang mit nichts , als Kinderspielen zu be«schaftigen , welche ihm nicht anständig waren: baß er aber nun König seyn würde.Zu andern sagte er, er würde in keiner solchen Verlegenheit seyn , als sie sich einbil,deren, und es wäre ihm weit schwehrer angekommen, ein Kind vorzustellen, als esihm ankommen würde, sein Reich zu regieren.
Die alten Staatsminister wurden zurück bcruffen; Villeroi und Ieannin ka-men am ersten an. Der König machte ihnen tausend Liebkosungen. Der Bischof vonLüson war in der Sorbonne, als er den Tod des Marschals von Ancre durch einenDoclor erfuhr, der aus dem Pallaste zurückkam Er eilte In das louvre und be-gegnete unterwegs dem Herrn dü Tremblay, welcher ihm sagte, daß der König ihnsuchen ließe. Ais er nahe bey dem Louvre war, so kam jemand und sagte ihm , daßWangot und Barbin alle beede bey dem Herrn von Vreßieux wären. Er gieug zuihm hinauf, und sie berathschlagten sich mit einander wegen der Aufführung , die siebey so mißlichen Umstanden zu beobachten hätten. Alle Nachrichten, die sie jedenAugenblick erhielten, kündigten ihnen eine nahe bevorstehende Ungnade an : Aber allestimmten darinnen mit einander überein, daß sie sagten, daß es vornehmlich dem Bar»bin gelten würbe. Sie beschloßen unter einander, daß der Bischof von Lüson zuerstallein in das Louvre gehen und ihnen hernach sollte wißen laßen, was sie zu hoffenoder zu fürchten hätten.
Richelieu hatte beständig einige Verbindung mit dem Herrn von Lüynes unter,halten; er ließ ihm unter der Hand , durch Pont, Courlai, seinen Schwager , vondem besondern Mißvergnügen Nachricht geben, welches er wider den Marfchal vonAncre hatte. Als er in das Zimmer des Königes trat, so stunde dieser Prinz nochaus seinem Billiard. Die meisten Geschichtschreiber dieser Zeit versichern, daß derKönig, so bald er ihn wahrgenommen , zu ihm gesagt: Nun , mein Herr Bischofvon Lüson , jetzt dtn ich von Ihrer Tyranney desreyrt. Man liefet lm Gegentheil
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